Mittwoch, 29. August 2012

Der beste Geschäftsbericht 2012

Die Geschäftsberichte 2011 sind schon seit Monaten veröffentlicht - aber so richtig vorbei ist die „Saison” erst, wenn das Manager Magazin sie analysiert und bewertet hat. Und aus über 160 Berichten in vier Indizes (Dax, M-Dax, S-Dax, TecDax) die jeweils besten prämiert wurden. Im Dax standen in diesem Jahr Adidas, K+S und Deutsche Post auf dem Treppchen - gefolgt von meinem Kunden Allianz auf Platz 4. Herzlichen Glückwunsch!

Und noch einen weiteren Erfolg kann ich von einem Kunden vermelden: Der Geschäftsbericht der DTB – Deutschen Biogas AG ist beim weltweit größten Geschäftsberichts-Wettbewerb des LACP unter 5.000 Einsendungen mit dem Silber-Award ausgezeichnet worden. Was mich besonders freut: volle Punktzahl für den Vorstandsbrief, die Imagestrecke und die „Klarheit der Botschaft”. Und diese Texte stammen zufälligerweise alle aus meiner Feder! :-)

 

Mittwoch, 25. Juli 2012

Geschäftsbericht als Klopapier-Rolle: Authentische Kommunikation - oder auffallen um jeden Preis?

Der Wert von Finanz- und Unternehmenskommunikation steht und fällt mit ihrer Authentizität. Mit ihrer Glaubwürdigkeit, ihrer Stimmigkeit. Denn nur authentische Kommunikation ist auch langfristig und nachhaltig vertrauenswürdig.

Was das konkret bedeuten kann, bekam ich während und nach der Finanz- und Wirtschaftskrise zu spüren: Kunden stornierten bereits beauftragte Imagekapitel wieder, weil sie Aktionäre, Investoren, Mitarbeiter und andere Stakeholder nicht mit auf Hochglanzseiten gedruckten Imagebotschaften irritieren wollten, während ihr operatives Geschäft darnieder lag und Personal entlassen wurde. Zurecht, wie ich fand – denn welches Signal hätten sie sonst ausgesandt?! „Form follows function” gilt im übertragenen Sinne auch hier. Wer über ein wenig erfolgreiches Jahr zu berichten hat, sollte zu keinen überdimensionierten, allzu aufwändig gestalteten Geschäftsbericht nutzen.

Doch was soll man vor diesem Hintergrund von Unternehmen wie die Schweizer Ringier AG halten, die ihren Jahresbericht 2011 als Klopapier-Rolle präsentiert. Soll dies auf eine sehr bildhafte und zugleich provokative Art und Weise sagen: Unser letztes Geschäftsjahr war für den A ...llerwertesten?

Kunst statt Kommunikationsstrategie?

Als ich von diesem Geschäftsbericht las, bin ich natürlich sofort neugierig geworden und habe ihn bei Ringier bestellt. Vor ein paar Tagen kam er nun: tatsächlich, ein Geschäftsbericht als Toilettenpapier-Rolle.

Noch vor dem Öffnen der Rolle fiel mir ein kleiner Zettel in die Hände: Dies sei nun keine gewöhnliche Klopapier-Rolle, nein, dies sei Kunst. Der Italienier Maurizio Cattelan habe den Jahresbericht 2011 gestaltet. Später im Prolog von Verwaltungsratspräsident Michael Ringier folgen weitere Erläuterungen – für selbsterklärend hat man die Klopapier-Kommunikation wohl selbst bei Ringier nicht gehalten: Vor dem Hintergrund des schwierigen Mediengeschäfts müsse sich das Unternehmen neu erfinden. Die Experimentierfreude von Cattelan, seine Art ganz neu und anders zu denken und Dingen neu zu sehen, seien hier Vorbild. Deshalb habe man den Künstler den Auftrag zur Gestaltung übertragen – wohlwissend, dass er provokativ wirken würde.

Nun, ich habe nichts gegen Provokation, nichts gegen Kunst und noch weniger gegen kreative Darstellungsformen. Aber ob es keine andere, positiv besetztere Möglichkeit gegeben hätte und sich Ringier mit der Jahresberichts-Toilettenpapierrolle wirklich einen kommunikativen Gefallen tut – das wage ich dennoch zu bezweifeln.

Schwimmhilfe, wenn das Geschäft baden geht.

Dass es auch anders und dabei deutlich charmanter geht, bewies 2002 die Medienagentur antwerpes ag aus Köln. Auch sie hatte ein schwieriges Jahr zu bewältigen gehabt – und präsentierte ihren Geschäftsbericht in Form einer Schwimmhilfe (in der Pdf-Ansicht fehlt leider der Schimmflügel-Einband zum Aufblasen! ;-)). Besonders gelungen fand ich, dass nicht nur die Gestaltung, sondern auch der Text dieses Thema durchgängig aufgriff - selbst bis in den Lagebericht hinein. Dieser Geschäftsbericht gehört für mich deshalb seit Jahren zu den Musterbeispielen für gut gemachte, authentische Finanzberichterstattung.

 

Donnerstag, 19. April 2012

Wording Manual: Mit konsistenter Unternehmenssprache zu mehr Glaubwürdigkeit.

Ihr Geschäftsbericht ist veröffentlicht – und wie immer wurde es kurz vor Schluss hektisch und stressig. Auch wenn sich dies in einem so komplexen Projekt wie das eines Geschäftsberichts nie ganz verhindern lässt, so gibt es doch Probleme, die mit entsprechender Vorausplanung nicht sein müssen.

Klare sprachliche Regelungen vereinfachen den Prozess

Die Konsistenz und Einheitlichkeit von Schreibweisen ist ein solches Problem - und ein Thema, mit dem sich viele Unternehmen immer noch zu spät auseinander setzen: Wie werden Unternehmens- oder Produktnamen gekoppelt, werden Abkürzungen verwendet und wie werden Fremdwörter kenntlich gemacht? Wie ist die Schreibweise in Fußnoten oder in Tabellen? Gibt es unterschiedliche Schreibweisen in Imageteil, Lagebericht und Anhang? Das sind nur einige, wenige Aspekte, die es zu klären gilt – von entsprechenden Vorgaben für fremdsprachliche Versionen des Geschäftsberichts ganz abgesehen!

Falls Sie zu den (immer noch eher seltenen) Unternehmen gehören, die klare Corporate-Wording-Regelung haben: herzlichen Glückwunsch! In vielen Firmen stellen sich diese Fragen aber jedes Jahr auf’s Neue – meist im Endkorrektorat – und müssen dann kurzfristig geklärt werden. Dabei könnte es viel einfacher sein: Während der ruhigeren Sommermonate ist Zeit, um Ihren letzten Geschäftsbericht zu analysieren und ein entsprechendes „Wording Manual“ zu erstellen. Damit erleichtern Sie nicht nur Lektoren und Korrektoren ihre Arbeit, sondern helfen bereits den Fachabteilungen oder Ihrem Texter beim Schreiben. Und reduzieren zugleich das Fehlerpotenzial deutlich.

Corporate Wording: Konsistenz schafft Vertrauen

Von diesen ganz praktischen Vorteilen ganz abgesehen: Eine einheitliche, konsistente Unternehmenssprache sorgt auch für mehr Glaubwürdigkeit und Vertrauen beim Leser. Überspitzt formuliert: Durchgängig falsch (zum Beispiel die beliebte „Nicht-Koppelung” des Unternehmensnamens) ist besser als ein nicht konsequent durchgehaltenes „Richtig”. Logisch, dass Schreibweisen in Ihren Finanzberichten deshalb auch in Einklang mit denen in anderen Unternehmenspublikationen stehen müssen.

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Donnerstag, 07. April 2011

Social Media in den Investor Relations

so lautet der Untertitel des Blogs „Online Investor Relations”, das ich jüngst via twitter entdeckte.

Andreas Köster dokumentiert darin das Entstehen seiner Master-Arbeit. Die letzten Blogpostings behandeln das Social-Media-Verhalten der Investment-Community, automatisierte Investor-Relations-Meldungen sowie rechtliche Aspekte von Socia Media in der IR.

Wir dürfen gespannt sein, was sonst noch so kommt. Der Anfang auf jeden Fall ist viel versprechend!

Sonntag, 30. Januar 2011

Geschäftsbericht goes Youtube

Geschäftsberichte als Video? Migros macht es vor - und zwar ziemlich erfolgreich, denn der 2-Minuten-Spot gehört zu den Anwärtern auf einen Titel bei der diesjährigen Schweizer ADC-Preisverleihung.

Sicherlich eine nette Idee, die wichtigsten Geschäftszahlen in einem kleinen Image-Filmspot aufzubereiten - wobei ich mir bei Migros den Text ein wenig ... weniger dröge gewünscht hätte. Besonders weil die filmische Umsetzung ansonsten recht charmant und witzig ist:

 

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